Infothek

Hier findest du Krisenwissen zu Themen, die Jugendliche und junge Erwachsene bewegen und belasten können – von psychischen Krisen und Suizidgedanken bis hin zu selbstverletzendem Verhalten. Wir möchten verständliche Informationen anbieten, dabei helfen, Gefühle und Verhaltensweisen besser zu verstehen, und Wege aufzeigen, mit schwierigen Situationen umzugehen. Denn wer besser versteht, was in einem vorgeht, kann neue Perspektiven entwickeln und passende Unterstützung finden.

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Hier findest du verständliche Informationen zu häufigen psychischen Belastungen im Kindes- und Jugendalter.

Suizidalität

Wenn du am Leben (ver)zweifelst

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Manchmal wird das Leben so schwer, dass du nicht mehr weißt, wie es weitergehen soll. Vielleicht fühlst du dich leer, verzweifelt oder allein. Vielleicht hast du das Gefühl, dass sich sowieso nichts mehr ändern wird. In solchen Situationen können Gedanken auftauchen, nicht mehr leben zu wollen oder sich das Leben zu nehmen. Solche Gedanken werden als Suizidgedanken bezeichnet.

Suizidgedanken können ganz unterschiedlich aussehen. Vielleicht wünschst du dir, einfach nicht mehr aufzuwachen, oder du stellst dir vor, wie es wäre, nicht mehr da zu sein. Vielleicht denkst du auch konkret darüber nach, dein Leben zu beenden. Manche Menschen erleben solche Gedanken nur gelegentlich, andere beschäftigen sie über längere Zeit. Häufig stecken dahinter starke seelische Schmerzen, Überforderung, Hoffnungslosigkeit oder das Gefühl, keinen Ausweg mehr zu sehen.

Suizidgedanken bedeuten nicht automatisch, dass du sterben möchtest.

Manchmal steckt dahinter vor allem der Wunsch, dass das Leiden endlich aufhört. Trotzdem ist es wichtig, solche Gedanken ernst zu nehmen. Du musst nicht erst einen bestimmten Punkt erreichen, bevor du Unterstützung verdient hast.

Vielleicht fällt es dir schwer, mit jemandem darüber zu sprechen. Du hast Angst, nicht verstanden zu werden, anderen Sorgen zu machen oder die Kontrolle über das zu verlieren, was danach passiert. Trotzdem kann es entlastend sein, deine Gedanken mit jemandem zu teilen, der dir zuhört und dich ernst nimmt.

Auch wenn es sich gerade nicht so anfühlt: Gefühle und Lebenssituationen können sich verändern. Du musst nicht sofort eine Lösung für alle Probleme finden. Manchmal reicht es, zunächst den nächsten Schritt zu gehen und Unterstützung anzunehmen.

Wenn du Suizidgedanken hast, musst du damit nicht allein bleiben.

Bei Youth-Life-Line kannst du dich kostenlos und anonym per Mail beraten lassen. Wenn du befürchtest, dir unmittelbar etwas anzutun, bleib möglichst nicht allein und wende dich an eine Vertrauensperson oder direkt an den Notruf 112.

Depression

Wenn nichts mehr Freude macht

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Traurig sein, sich zurückziehen oder keine Lust auf etwas haben – das kennt jeder. Doch was, wenn diese Gefühle nicht mehr verschwinden?

Eine Depression ist mehr als eine vorübergehende schlechte Stimmung. Sie kann Kinder und Jugendliche in jedem Alter treffen und beeinflussen, wie sie denken, fühlen und ihren Alltag erleben.

Eine Depression zeigt sich nicht bei allen gleich. Manche Kinder sind häufig traurig, weinen viel oder ziehen sich zurück. Andere reagieren gereizt, werden schnell wütend oder geraten häufiger in Konflikte. Jugendliche fühlen sich vielleicht innerlich leer, erschöpft oder wertlos. Hobbys und Freundschaften verlieren an Bedeutung, die Konzentration lässt nach und selbst kleine Aufgaben werden zur Herausforderung. Auch Schlafprobleme, Veränderungen des Appetits oder körperliche Beschwerden können auftreten. Manche Betroffene zweifeln stark an sich selbst oder haben das Gefühl, anderen zur Last zu fallen. Bei einigen entstehen Gedanken, nicht mehr leben zu wollen.

Von außen ist die Belastung nicht immer erkennbar. Manche Kinder und Jugendliche versuchen, sich nichts anmerken zu lassen, funktionieren im Alltag weiter oder überspielen ihre Gefühle. Deshalb ist es wichtig, Veränderungen ernst zu nehmen und nicht vorschnell als Faulheit, Pubertät oder schlechte Laune abzutun.

Eine Depression ist keine persönliche Schwäche und kein Zeichen dafür, dass jemand sich nicht genug anstrengt. Sie kann verschiedene Ursachen haben, etwa belastende Lebensereignisse, anhaltenden Stress oder ein Zusammenspiel biologischer und psychischer Faktoren. Niemand ist selbst schuld daran, depressiv zu werden.

Die gute Nachricht: Depressionen sind behandelbar. Gespräche mit einer vertrauten Person, professionelle Unterstützung und gegebenenfalls eine psychotherapeutische oder ärztliche Behandlung können helfen, Schritt für Schritt wieder mehr Lebensqualität zu gewinnen. Wenn du dich selbst betroffen fühlst oder dir Sorgen um jemanden machst, musst du damit nicht allein bleiben. Es ist in Ordnung, sich Hilfe zu holen – auch dann, wenn du noch nicht genau weißt, was mit dir los ist.

Self Harm (SVV)

Wenn der Druck zu groß wird

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Manche Menschen verletzen sich selbst, wenn Gefühle zu stark werden, die innere Anspannung kaum auszuhalten ist oder Worte für das fehlen, was in ihnen vorgeht. Vielleicht kennst du das Gefühl, innerlich unter enormem Druck zu stehen und unbedingt etwas tun zu müssen, damit es erträglicher wird. Selbstverletzendes Verhalten kann dann zu einem Weg werden, mit diesem Zustand umzugehen.

Selbstverletzung kann unterschiedliche Formen annehmen. Häufig geht es darum, sich absichtlich körperlichen Schmerz zuzufügen, ohne dabei sterben zu wollen. Die Gründe dafür sind von Mensch zu Mensch verschieden. Manche versuchen, überwältigende Gefühle zu regulieren oder innere Leere zu durchbrechen. Andere richten ihre Wut gegen sich selbst, möchten sich bestrafen oder versuchen, überhaupt wieder etwas zu spüren.

Für manche Betroffene bringt die Selbstverletzung kurzfristig Erleichterung. Der innere Druck lässt nach, belastende Gedanken treten für einen Moment in den Hintergrund. Doch häufig kehren die Gefühle zurück. Es kann ein Kreislauf entstehen, aus dem es zunehmend schwerfällt, auszusteigen. Scham, Schuldgefühle und die Angst, entdeckt zu werden, können zusätzlich belasten.

Selbstverletzendes Verhalten ist kein Grund, dich zu verurteilen. Es kann ein Hinweis darauf sein, dass du gerade sehr leidest und Unterstützung brauchst. Auch wenn du selbst nicht genau erklären kannst, warum du dich verletzt, sind deine Erfahrungen und Gefühle ernst zu nehmen.

Es gibt Möglichkeiten, andere Wege im Umgang mit Anspannung, Leere und schwierigen Gefühlen zu entwickeln. Dabei kann es helfen, herauszufinden, welche Situationen besonders belastend sind und was dir in diesen Momenten Halt gibt. Professionelle Unterstützung kann dich dabei begleiten, ohne dich unter Druck zu setzen.

Du musst nicht erst mit der Selbstverletzung aufhören, bevor du dir Hilfe holen darfst. Du kannst jederzeit anfangen, darüber zu sprechen – auch dann, wenn du dich dafür schämst oder Angst hast, nicht verstanden zu werden.

Hier findest Du einige Skills, die Dir helfen können, Dich nicht nachhaltig zu verletzen.

Skillz gegen SVV

Essstörungen

Wenn Essen und Körper immer mehr Raum einnehmen

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Essen ist etwas Alltägliches. Doch manchmal wird es zu einem Thema, das immer mehr Gedanken und Gefühle bestimmt. Vielleicht beschäftigst du dich ständig mit deinem Gewicht, deinem Aussehen oder der Frage, was du essen darfst. Vielleicht hast du das Gefühl, deinen Körper kontrollieren zu müssen, oder Essen löst bei dir Angst, Schuldgefühle oder großen Stress aus. Wenn sich solche Gedanken und Verhaltensweisen verfestigen, kann eine Essstörung dahinterstecken.

Essstörungen können ganz unterschiedlich aussehen. Bei einer Magersucht versuchen Betroffene häufig, möglichst wenig zu essen und Gewicht zu verlieren. Bei einer Bulimie wechseln sich Essanfälle und Versuche ab, die aufgenommene Nahrung wieder auszugleichen. Bei einer Binge-Eating-Störung kommt es zu wiederkehrenden Essanfällen, bei denen das Gefühl entsteht, die Kontrolle über das Essen zu verlieren. Daneben gibt es weitere Formen und Mischbilder.

Hinter einer Essstörung steckt selten nur der Wunsch, anders auszusehen. Oft spielen Selbstzweifel, hohe Ansprüche an sich selbst, belastende Erfahrungen oder das Bedürfnis nach Kontrolle eine Rolle. Essen, Gewicht und Körper können zu einem Bereich werden, über den scheinbar noch Kontrolle möglich ist, wenn sich andere Dinge im Leben unsicher oder überwältigend anfühlen.

Eine Essstörung ist keine Frage mangelnder Disziplin und keine persönliche Schwäche. Sie ist eine ernst zu nehmende psychische Erkrankung, die Menschen unabhängig von Geschlecht, Körperform oder Gewicht betreffen kann. Von außen ist nicht immer erkennbar, wie sehr jemand darunter leidet.

Vielleicht merkst du selbst, dass sich deine Gedanken immer häufiger ums Essen drehen. Vielleicht machst du dir Sorgen um jemanden in deinem Umfeld. Es ist sinnvoll, frühzeitig Unterstützung zu suchen, denn Essstörungen können die körperliche und psychische Gesundheit erheblich beeinträchtigen.

Du musst nicht erst besonders dünn sein oder ein bestimmtes Verhalten zeigen, um Hilfe zu verdienen. Ärztliche und psychotherapeutische Unterstützung kann dir helfen, wieder einen freieren Umgang mit Essen, deinem Körper und deinen Gefühlen zu entwickeln.

Ängste

Wenn die Angst deinen Alltag bestimmt

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Angst gehört zum Leben. Sie warnt uns vor Gefahren und hilft uns, vorsichtig zu sein. Doch manchmal wird sie so stark, dass sie den Alltag einschränkt. Vielleicht machst du dir ständig Sorgen, vermeidest bestimmte Situationen oder hast Angst vor Dingen, die andere scheinbar problemlos bewältigen. Wenn Angst über längere Zeit sehr belastend ist und dein Leben bestimmt, kann eine Angsterkrankung dahinterstecken.

Angst kann sich auf unterschiedliche Weise zeigen. Bei einer sozialen Angst besteht beispielsweise die Sorge, von anderen bewertet, ausgelacht oder abgelehnt zu werden. Manche Menschen haben große Angst vor bestimmten Situationen oder Dingen. Bei einer Panikattacke können plötzlich heftiges Herzklopfen, Schwindel, Zittern, Atemnot oder ein Gefühl von Kontrollverlust auftreten. Andere erleben anhaltende Sorgen, die sich nur schwer abschalten lassen.

Vielleicht weißt du selbst, dass deine Angst stärker ist, als die Situation eigentlich rechtfertigt. Trotzdem kannst du sie nicht einfach abstellen. Dein Körper reagiert, als wäre eine Gefahr vorhanden, und der Wunsch, der Situation zu entkommen, wird immer größer. Wenn du Situationen zunehmend vermeidest, kann sich dein Alltag immer weiter verengen.

Angst zu haben bedeutet nicht, schwach zu sein. Angsterkrankungen können viele Ursachen haben. Erfahrungen, Stress, persönliche Veranlagungen und biologische Faktoren können zusammenspielen. Niemand entscheidet sich bewusst dafür, unter einer solchen Angst zu leiden.

Vielleicht schämst du dich für deine Ängste oder hast Sorge, dass andere sie nicht verstehen. Du musst dich dafür nicht rechtfertigen. Es kann helfen, mit jemandem darüber zu sprechen und herauszufinden, was hinter deiner Angst steckt.

Angsterkrankungen sind gut behandelbar. Psychotherapeutische Unterstützung kann dir dabei helfen, deine Angst besser zu verstehen und Schritt für Schritt wieder mehr Sicherheit zu gewinnen. Du musst nicht warten, bis die Angst unerträglich wird. Wenn sie dich belastet oder daran hindert, Dinge zu tun, die dir wichtig sind, darfst du dir Hilfe holen.

Borderline

Wenn Gefühle besonders intensiv sind

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Manche Menschen erleben ihre Gefühle besonders intensiv. Freude kann überwältigend sein, Enttäuschungen können sich unerträglich anfühlen und Konflikte können große Ängste auslösen. Vielleicht hast du das Gefühl, dass deine Stimmung innerhalb kurzer Zeit stark schwankt. Oder du erlebst Beziehungen als sehr wechselhaft: Ein Mensch bedeutet dir alles, doch bei einem Streit entsteht plötzlich die Angst, verlassen zu werden. Wenn solche Erfahrungen anhalten und den Alltag stark belasten, kann unter anderem eine Borderline-Persönlichkeitsstörung dahinterstecken.

Die Borderline-Persönlichkeitsstörung gehört zu den psychischen Erkrankungen, die mit Schwierigkeiten bei der Regulation von Gefühlen und einem schwankenden Selbstbild verbunden sein können. Manche Betroffene fühlen sich innerlich leer, wissen nicht genau, wer sie sind, oder haben große Angst vor Zurückweisung. Andere reagieren in belastenden Situationen sehr impulsiv oder verletzen sich selbst, um mit überwältigenden Gefühlen umzugehen. Nicht alle Betroffenen erleben dieselben Schwierigkeiten.

Oft sind die Reaktionen für Außenstehende schwer nachvollziehbar. Vielleicht bekommst du zu hören, du seist zu empfindlich oder würdest übertreiben. Das kann zusätzlich verletzen. Dabei sind die Gefühle, die du erlebst, real – auch wenn es manchmal schwerfällt, mit ihnen umzugehen.

Eine Borderline-Persönlichkeitsstörung macht dich nicht zu einem schwierigen oder schlechten Menschen. Sie beschreibt bestimmte psychische Schwierigkeiten, nicht deinen gesamten Charakter. Die Ursachen sind komplex und können mit verschiedenen biologischen, psychischen und sozialen Faktoren zusammenhängen. Belastende Erfahrungen können eine Rolle spielen, sind aber nicht bei allen Betroffenen vorhanden.

Eine Diagnose kann helfen, die eigenen Erfahrungen besser einzuordnen und passende Unterstützung zu finden. Gerade bei jungen Menschen sollte sie sorgfältig und durch entsprechend qualifizierte Fachpersonen gestellt werden.

Es gibt wirksame psychotherapeutische Behandlungsmöglichkeiten, mit denen Betroffene lernen können, Gefühle besser zu regulieren, Beziehungen stabiler zu gestalten und mit Krisen anders umzugehen. Auch wenn sich manche Schwierigkeiten schon lange begleiten, sind Veränderungen möglich. Du musst deinen Weg nicht allein finden.

ADHS

Wenn der Kopf ständig auf Hochtouren läuft

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Vielleicht fällt es dir schwer, dich längere Zeit zu konzentrieren, Aufgaben anzufangen oder Dinge zu Ende zu bringen. Vielleicht bist du oft in Bewegung, redest viel oder handelst, bevor du über die Folgen nachgedacht hast. Oder dein Kopf ist ständig mit Gedanken beschäftigt, während du nach außen ruhig wirkst. Wenn solche Schwierigkeiten über längere Zeit bestehen und deinen Alltag beeinträchtigen, könnte ADHS eine mögliche Erklärung sein.

ADHS steht für Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung. Sie gehört zu den neuroentwicklungsbedingten Störungen und beginnt bereits in der Kindheit. Die Ausprägung ist unterschiedlich: Bei manchen Menschen stehen Unaufmerksamkeit und Vergesslichkeit im Vordergrund, bei anderen Hyperaktivität und Impulsivität. Häufig treten mehrere dieser Merkmale gemeinsam auf.

ADHS kann viele Lebensbereiche beeinflussen. Vielleicht verlierst du ständig Dinge, vergisst Termine oder schiebst Aufgaben auf, obwohl sie dir wichtig sind. Vielleicht fällt es dir schwer, stillzusitzen, abzuwarten oder deine Gefühle zu regulieren. Andere wiederum erleben vor allem innere Unruhe. In der Schule, Ausbildung, im Studium oder in Beziehungen können daraus Missverständnisse und Konflikte entstehen.

Wenn du wiederholt hörst, du seist unordentlich, faul oder würdest dich einfach nicht genug anstrengen, kann das dein Selbstwertgefühl belasten. Dabei haben Schwierigkeiten mit Aufmerksamkeit und Impulskontrolle nicht automatisch etwas mit fehlendem Willen zu tun.

ADHS bedeutet nicht, dass du weniger kannst als andere. Menschen mit ADHS bringen ganz unterschiedliche Fähigkeiten und Stärken mit. Gleichzeitig können sie Unterstützung brauchen, um mit ihren Schwierigkeiten umzugehen und ihren Alltag passend zu gestalten.

Nicht jede Konzentrationsschwierigkeit ist ADHS. Auch Schlafmangel, Stress, Ängste oder andere Belastungen können ähnliche Probleme verursachen. Eine fachliche Abklärung kann helfen, die Ursachen besser zu verstehen.

Mit geeigneten Strategien, einem passenden Umfeld und bei Bedarf psychotherapeutischer, pädagogischer oder medikamentöser Unterstützung können sich viele Schwierigkeiten verringern. Du musst dich nicht ständig dafür verurteilen, dass manches anders funktioniert als bei anderen. Es geht darum, herauszufinden, was du brauchst, um deinen eigenen Weg gut gehen zu können.

Autismus

Die Welt auf deine eigene Weise erleben

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Vielleicht empfindest du soziale Situationen als anstrengend, verstehst bestimmte unausgesprochene Regeln nicht oder bist nach einem Tag mit vielen Menschen völlig erschöpft. Vielleicht geben dir feste Abläufe Sicherheit, während unerwartete Veränderungen dich stark belasten. Oder du interessierst dich besonders intensiv für bestimmte Themen und bemerkst Details, die anderen entgehen. Solche Erfahrungen können viele Ursachen haben. Bei manchen Menschen hängen sie mit einer Autismus-Spektrum-Störung zusammen.

Autismus ist eine neuroentwicklungsbedingte Besonderheit, die sich unter anderem darauf auswirken kann, wie Menschen soziale Situationen wahrnehmen, kommunizieren und mit ihrer Umwelt umgehen. Auch die Verarbeitung von Geräuschen, Licht, Berührungen oder anderen Sinneseindrücken kann anders sein. Das Spektrum ist breit: Autistische Menschen unterscheiden sich stark darin, was ihnen leichtfällt, was sie anstrengt und welche Unterstützung sie benötigen.

Vielleicht fällt es dir schwer, Mimik oder Ironie richtig einzuordnen. Vielleicht musst du soziale Situationen bewusst analysieren, während andere intuitiv reagieren. Manche autistische Menschen empfinden laute, volle oder unübersichtliche Umgebungen als besonders belastend. Andere brauchen klare Abläufe oder ausreichend Zeit, um Veränderungen zu verarbeiten.

Autismus ist keine Krankheit, die einen Menschen als Ganzes beschreibt, sondern eine Form neurologischer Vielfalt. Gleichzeitig können bestimmte Situationen im Alltag sehr anstrengend sein, besonders wenn die Umgebung wenig Rücksicht auf individuelle Bedürfnisse nimmt. Missverständnisse, Ausgrenzung oder der ständige Versuch, sich anzupassen, können zusätzlich belasten.

Nicht jede dieser Erfahrungen bedeutet, dass du autistisch bist. Wenn du dich darin wiedererkennst und dadurch Schwierigkeiten entstehen, kann eine fachliche Abklärung sinnvoll sein. Sie kann helfen, die eigenen Bedürfnisse besser zu verstehen und passende Unterstützung zu finden.

Es geht nicht darum, dich an eine vermeintliche Norm anzupassen. Vielmehr geht es darum, herauszufinden, wie du gut leben kannst, welche Bedingungen dir helfen und wie andere dich besser verstehen können. Du darfst anders sein und Unterstützung brauchen, ohne dich dafür rechtfertigen zu müssen.

Mobbing

Wenn andere dich immer wieder verletzen

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Ein blöder Spruch, ein Streit oder eine Meinungsverschiedenheit gehören manchmal zum Alltag. Doch wenn jemand wiederholt ausgegrenzt, beleidigt, bedroht oder gezielt fertiggemacht wird, kann daraus Mobbing entstehen. Das kann in der Schule, in der Ausbildung, im Freundeskreis, am Arbeitsplatz oder im Internet passieren. Oft ist es besonders belastend, wenn mehrere Menschen mitmachen oder andere wegsehen.

Mobbing kann viele Gesichter haben. Vielleicht wirst du absichtlich nicht eingeladen, hinter deinem Rücken wird über dich geredet oder andere machen sich regelmäßig über dich lustig. Vielleicht verbreitet jemand Gerüchte, veröffentlicht peinliche Bilder oder schreibt verletzende Nachrichten. Auch wenn einzelne Handlungen für Außenstehende harmlos wirken, können sie in ihrer Wiederholung sehr verletzend sein.

Wer Mobbing erlebt, fühlt sich häufig hilflos, beschämt oder allein. Vielleicht fragst du dich, ob du selbst etwas falsch gemacht hast. Vielleicht versuchst du, möglichst nicht aufzufallen, oder gehst bestimmten Menschen aus dem Weg. Mit der Zeit können Selbstzweifel, Schlafprobleme, Ängste oder depressive Gefühle entstehen. Manche Betroffene verlieren das Vertrauen in andere oder haben Angst, überhaupt noch in die Schule oder zur Arbeit zu gehen.

Wenn du gemobbt wirst, bist nicht du schuld daran, dass andere dich verletzen. Niemand hat es verdient, systematisch ausgegrenzt oder erniedrigt zu werden. Auch wenn du dich anders fühlst oder nicht in eine Gruppe passt, rechtfertigt das kein solches Verhalten.

Es kann schwierig sein, über Mobbing zu sprechen. Vielleicht befürchtest du, dass sich die Situation dadurch verschlimmert oder dir niemand glaubt. Trotzdem musst du damit nicht allein bleiben. Wende dich an eine Person, der du vertraust, etwa eine Lehrkraft, eine Schulsozialarbeiterin oder einen Schulsozialarbeiter, eine Beratungsstelle oder jemanden aus deiner Familie.

Wenn du mitbekommst, dass andere gemobbt werden, kann es ebenfalls wichtig sein, nicht einfach wegzusehen. Du musst dich nicht allein gegen eine Gruppe stellen, um etwas zu verändern. Schon Unterstützung zu organisieren und der betroffenen Person zu zeigen, dass sie nicht allein ist, kann viel bedeuten.

Sucht

Wenn etwas immer mehr Kontrolle übernimmt

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Vielleicht gibt es etwas, das dir hilft, Stress zu vergessen, unangenehme Gefühle auszuhalten oder für einen Moment abzuschalten. Das kann Alkohol, Cannabis oder eine andere Substanz sein. Es können aber auch Computerspiele, Glücksspiel oder andere Verhaltensweisen sein. Was zunächst Erleichterung bringt oder einfach Spaß macht, kann mit der Zeit immer wichtiger werden und zunehmend den Alltag bestimmen.

Von einer Sucht spricht man, wenn der Umgang mit einer Substanz oder einem Verhalten zunehmend schwer kontrollierbar wird und trotz negativer Folgen fortgesetzt wird. Vielleicht nimmst du dir vor, weniger zu konsumieren oder früher aufzuhören, schaffst es aber nicht. Vielleicht kreisen deine Gedanken häufig darum, wann du wieder konsumieren oder spielen kannst. Andere Lebensbereiche wie Freundschaften, Schule, Ausbildung, Studium oder Hobbys geraten dabei zunehmend in den Hintergrund.

Sucht entwickelt sich nicht bei allen gleich. Manchmal geschieht es schleichend, sodass erst spät auffällt, wie viel Raum das Verhalten inzwischen einnimmt. Häufig spielen mehrere Faktoren zusammen: persönliche Veranlagung, Belastungen, soziale Erfahrungen oder der Wunsch, unangenehme Gefühle zu lindern. Gerade wenn etwas kurzfristig hilft, kann es schwer sein, darauf zu verzichten.

Eine Sucht ist keine Frage mangelnder Willenskraft und kein Grund, dich zu schämen. Gleichzeitig kann sie ernsthafte Folgen für deine Gesundheit, deine Beziehungen und deinen Alltag haben. Je früher du Unterstützung bekommst, desto besser lassen sich Schwierigkeiten häufig auffangen.

Vielleicht merkst du selbst, dass du die Kontrolle verlierst. Vielleicht machen sich andere Menschen Sorgen um dich, während du das Problem noch anders einschätzt. Du musst nicht erst alles verloren haben, bevor du dir Hilfe holen darfst. Auch Zweifel und Unsicherheit sind ein guter Anlass, darüber zu sprechen.

Beratungsstellen, Ärzt*innen und psychotherapeutische Fachpersonen können dir helfen, deinen Umgang mit dem Verhalten zu verstehen und Veränderungen anzugehen. Dabei geht es nicht darum, dich zu verurteilen, sondern gemeinsam herauszufinden, was du brauchst und welche Schritte für dich realistisch sind.

Traumatisierung

Wenn Erlebnisse Spuren hinterlassen

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Manche Erlebnisse sind so erschreckend, bedrohlich oder überwältigend, dass sie einen Menschen noch lange danach beschäftigen. Vielleicht hast du Gewalt erlebt, wurdest bedroht oder warst in einer Situation, in der du große Angst um dich oder andere hattest. Auch schwere Unfälle, Missbrauch oder andere Erfahrungen, in denen du dich hilflos und ausgeliefert gefühlt hast, können Spuren hinterlassen. Wenn du nach einem solchen Erlebnis weiterhin stark belastet bist, kann das mit einer Traumatisierung zusammenhängen.

Jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf belastende Ereignisse. Vielleicht kommen Erinnerungen plötzlich wieder hoch, du träumst schlecht oder fühlst dich, als wärst du erneut in der damaligen Situation. Vielleicht erschrickst du schnell, bist ständig angespannt oder versuchst, alles zu vermeiden, was dich an das Erlebte erinnert. Andere fühlen sich innerlich taub, haben Schwierigkeiten, anderen zu vertrauen, oder können sich nur schwer an Teile des Geschehens erinnern.

Solche Reaktionen können zunächst eine verständliche Antwort auf etwas sein, das dich überfordert hat. Wenn die Belastung anhält, den Alltag stark beeinträchtigt oder bestimmte Symptome auftreten, kann eine professionelle Einschätzung helfen. Eine mögliche Folge belastender Erlebnisse ist beispielsweise eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS). Nicht jede belastende Erfahrung führt jedoch zu einer solchen Erkrankung.

Wenn dich ein Erlebnis bis heute belastet, bedeutet das nicht, dass du schwach bist. Es gibt keine richtige oder falsche Art, auf etwas Schlimmes zu reagieren. Manche Menschen sprechen sofort darüber, andere brauchen lange, bis sie Worte dafür finden. Du musst niemandem Einzelheiten erzählen, für die du noch nicht bereit bist.

Unterstützung kann dir helfen, deine Reaktionen besser zu verstehen, wieder mehr Sicherheit zu erleben und mit Erinnerungen umzugehen. Dabei ist wichtig, dass du dich ernst genommen fühlst und das Tempo mitbestimmen kannst.

Du musst nicht allein damit zurechtkommen. Wenn du merkst, dass dich das Erlebte belastet, darfst du dir Hilfe holen – auch dann, wenn du unsicher bist, ob das, was du erlebt hast, schlimm genug war. Entscheidend ist, wie es dir damit geht und was du jetzt brauchst.

Auslöser für Krisen
können z.B. sein

  • Pubertät
  • Tod oder Krankheit eines nahestehenden Menschen
  • Trennung
  • Konflikte oder Veränderungen in der Familie oder anderen sozialen Beziehungen
  • Liebeskummer
  • Versagensängste
  • Gewalterfahrungen
  • Einsamkeit
  • Umzug
  • und vieles mehr.

Jeder Mensch erlebt Krisen unterschiedlich und jede Situation ist individuell.

Es gibt allerdings einige Merkmale, die die meisten Menschen in Krisensituationen teilen:

  • Krisen werden meist als ein schmerzhafter seelischer Zustand empfunden, der Leib und Seele bedroht.
  • Gefühle von Angst, Panik und Depression können ihn begleiten.
  • Wenn sich Probleme häufen und Krisen sich zuspitzen, entsteht oft ein enormer Druck.
  • Auch können sich Gefühle der Überforderung, Verzweiflung und Ohnmacht einstellen.
  • Dabei kann der Gedanke entstehen, dem eigenen Leben ein Ende setzen zu wollen.
  • In Krisensituationen kann es hilfreich sein, sich jemandem mitzuteilen, dem man vertraut.

Hier gibt es außerdem ein
gutes Video zu dem Thema

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